Wo ist die Zeit, wenn man sie braucht?

Mayday, mayday! Ich sitze in der Bibliothek und kann den Weg nach draußen nicht mehr finden! 

Dieses Phänomen, auch als “grad school” bekannt, beschert mir seit Ende August einen ziemlich ausgebuchten Zeitplan. Ich genieße dennoch meine zweite Studentenzeit hier an der Kansas State University. Die Professoren sind ausgesprochen freundlich, halten ihre Türen immer offen und beraten vor allem die Master-Studenten so gut es geht. Diesmal bin ich zwar nicht mehr als Athlet in die USA gekommen und habe daher auch kein Sportstipendium mehr, aber meinen zweijährigen Aufenthalt kann ich mir durch eine Graduate Teaching Assistant-Position finanzieren. Das heißt, ich helfe, einen Kurs (Advertising and Public Relations Design and Production) zu unterrichten, und bekomme dafür die Studiengebühren erlassen und obendrauf gibt’s ein kleines Taschengeld, das für Miete und Nervennahrung reicht. Das Ziel: Ein Master of Science in Strategic Communications im Mai 2015! 

Meinen sportlichen Ausklang des letzten Jahres konnte man weitgehend auf Facebook verfolgen. Dort gab’s zum Beispiel auch viel über die Wattenscheider Tiger zu lesen, die im Juli einen Weltrekord über 4×400 m Hürden aufgestellt haben. Dazu gibt es bald auch noch einen Rückblick meinerseits. Wer sich darüber selbst gerne ein Bild machen möchte, kann natürlich auch die Facebook-Seite meiner ehemaligen Trainingsgruppe besuchen. 

Mit dem Bisschen Freizeit, das mir neben dem Lesen von akademischen Arbeiten und dem Unterrichten von Bachelor-Studenten noch bleibt, muss ich momentan sehr vorsichtig umgehen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ich auch auf meiner wieder aktiver werde! 

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Erik Kynard springt zu Olympiasilber

Jeder, der den Hochsprungwettkampf bei den olympischen Spielen verfolgt hat, wird wissen, dass mein ehemaliger Teamkollege, Erik Kynard, mit 2,33 Metern zur Silbermedaille gesprungen ist. Erik ist damit nach Thane Baker, der 1952 die Silbermedaille über 200 m gewonnen hat, er der zweite Leichtathlet der Kansas State University, der olympisches Edelmetall nach Hause gebracht hat, während er noch für die Universität startberechtigt ist.

Durch seine großartigen Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene genießt Erik nun vollste Anerkennung und Bewunderung der gesamten Kansas State-Gemeinde. Er wird demnächst natürlich gebührend vor über 50.000 K-State-Fans bei einem unserer Footballspiele geehrt werden. Nebenbei ist er mit über 5.600 Fans bei Twitter hinter unserem Football-Quarterback, Collin Klein, der zweitbeliebteste Athlet der Universität, was sonst meistens nur anderen Footballern oder Basketballspielern gelingt.

Ich werde hoffentlich die Gelegenheit bekommen, mir seine Silbermedaille im Herbst bei meinem Einstiegstrainingslager anzusehen und dabei vielleicht auch wieder ein paar Trainingseinheiten mit ihm zusammen zu absolvieren.

Team Rovelto komplett im Hochsprungfinale

Cliff Rovelto ist in diesem Jahr natürlich wieder bei den Olympischen Spielen als Trainer vor Ort, aber diesmal mit einer Premiere, denn er ist der Coach für alle drei (!!!) Hochspringer des US-amerikanischen Teams. Diese drei sind der amtierende Weltmeister, Jesse Williams, der amtierende NCAA-Champion und Kansas State Wildcat, Erik Kynard, und der “Veteran” und Silbermedaillengewinner von 2004, Jamie Nieto. Jeder von ihnen wohnt in einer anderen Ecke der Vereinigten Staaten, aber alle trainieren nach den Plänen von US-Hochsprung-Guru Cliff Rovelto.

Das Hochsprungfinale geht morgen um 20 Uhr los und ich werde natürlich im USA-Trikot und mit Kansas State-Flagge meine Favoriten anfeuern! 

Erik Kynard springt über Basketballspieler

Eine meiner besten Ideen während meiner Zeit als Praktikant im Athletic Department der Kansas State University wurde nun endlich umgesetzt. Erik Kynard (13. WM 2011) sprang über unseren Basketballstar, Jordan Henriquez-Roberts (2,13 m). Das Video wurde schon vorher über Twitter und Facebook angekündigt und wir bauten eine Hochsprunglatte mitten auf dem Campusgelände auf, um Studenten und Professoren zu verdeutlichen wie hoch 2,33 m (Eriks Bestleistung) wirklich ist, weil sie nämlich unter der Latte hergehen mussten. Schaut euch das Endprodukt unserer Videocrew am besten selbst an!

KU Relays: 14,45 Sekunden bei 8 Grad

Das war zwar meine schnellste Hürdenzeit bei kaltem Wetter, aber mit den 14,45 s am gestrigen Freitag gebe ich mich nicht zufrieden. Ich verpasste den Einzug ins Finale um zwei mickrige Hundertstel und hatte dabei auch noch etwas Pech, da ein deutlich langsamerer Athlet mit 14,87 s seinen Lauf gewann und direkt weiterkam. Anstelle des Finales steht für mich heute noch eine Tempolaufeinheit auf dem Programm. 

Der nächste Wettkampf ist für den 5. Mai geplant. 

In 30 Tagen…

… steh’ ich wieder in Wattenscheid auf der Matte. Am 16. Mai werde ich in Düsseldorf einfliegen und dort abgeholt werden. Nächste Station ist dann Wattenscheid, wo ich mich im “heimischen” Klaus Steilmann-Haus einquartiere, bis ich eine passende Wohngelegenheit in Wattenscheid oder in der Umgebung gefunden habe. 

Saisoneinstieg: KU Relays

Meine Stadionsaison werde ich am 20. April in Lawrence/Kansas bei den KU Relays beginnen. Dort werde ich auf jeden Fall über die 110 m Hürden an den Start gehen und hoffe aber noch auf die Zulassung in einer anderen Disziplin (eventuell Weit, Stab oder Speer). Als so genannter “post-collegiate athlete” werde ich zwar offiziell “unattached”, also ohne Zugehörigkeit aufgelistet, starte aber im Wattenscheider Blau-Weiß. Traditionell eröffne ich meine Saison mit einem Hürdenlauf und war bei den KU Relays schon zweimal im Finale der Studenten. Bis dahin heißt es also gesund bleiben und die Formkurve weiter aufbauen. 

Antwort zu: USA-Stipendium – Zwischen Chance und Risiko

In dem am 20. März 2012 veröffentlichten Artikel auf www.leichtathletik.de über die Qual der Wahl, ob USA oder nicht, fielen mir erneut starke Generalisierungen auf. Die große Befürchtung ist immer, dass ein Athlet kaputt gemacht wird, neben der Angst, dass einem selber Athleten „weggenommen“ oder „abgeworben“ werden. In amerikanischen Teenie-Filmen entspricht das dem Vater, der Angst um seine Tochter hat, wenn diese zum ersten Mal mit einem Jungen ausgeht.

Ich schreibe diesen kurzen Artikel hauptsächlich für Athleten, die tatsächlich mit dem Gedanken spielen, in die USA zu gehen und ein Angebot eines Vollstipendiums anzunehmen.

Eines ist klar zu stellen: Es gibt auf beiden Seiten des Atlantiks starke und schwache Fälle. Ein Trainingsklima, in dem Trainer und Athlet zu 100% zueinander passen oder eben nicht. Trainer, die eine hervorragende Ausbildung genossen oder aber ausschließlich ihre eigenen Erfahrungen als Athlet in den Trainingsplan der gesamten Trainingsgruppe stecken.

Um meinen Dissens über manche Ausführungen des Artikels zu erklären, werde ich mich auf meine vierjährige Erfahrung als NCAA-Athlet (auch mal als B-Kaderathlet) in den USA berufen. Das Hauptproblem ist von struktureller Natur, denn entweder schafft man in Deutschland den Sprung vom C- zum B-Kader direkt oder man ist automatisch in der zweiten Reihe, weil man sich noch nicht gegen die etablierte Konkurrenz in manchen Disziplinen im DLV durchgesetzt hat. Die Berufung in den Nationalkader basiert nur teilweise auf Potential, jedoch hauptsächlich auf Leistungsstärke. Weil ich keine aktuellen Athleten, die in den USA starten, nennen möchte, erkläre ich es ganz einfach an einem recht guten Beispiel der jüngsten Vergangenheit: Moritz Cleve.

Ich war mehrfacher Medaillengewinner bei Jugendmeisterschaften (was wirklich keinen interessiert) und schloss mein erstes „richtiges“ Zehnkampfjahr mit Männer-Gewichten mit läppischen 7169 Punkten (oder irgendwo dort in der Nähe) ab. Allerdings hatte ich mein Stipendium an der Kansas State University schon Anfang April 2007 angenommen und es war für mich klar, dass ich in die USA ging. Zum Zeitpunkt der ersten Gespräche mit meinem jetzigen Coach hatte ich noch nicht einmal ein Männerergebnis stehen, nur meine knappen 7400 Punkte mit Babygewichten und -hürden. Trotzdem warb Cliff Rovelto sofort mit einem Vollstipendium, ohne mit der Wimper zu zucken. Im darauffolgenden Jahr scheiterte ich knapp an der 7400-Punkte-Marke und beendete meine Saison mit einem schweren Bänderriss im Fußgelenk. Durch tägliche Behandlungen und Reha-Training konnte ich nach fünf Monaten wieder ohne Tapeverband sprinten. Eine anschließend komplett verletzungsfreie Saison ermöglichte meinen ersten 8000-Punkte-Zehnkampf und die Teilnahme an der WM in Berlin. Die Berufung in den B-Kader folgte. Nach einer mauen und wegen Verletzungen frühzeitig beendeten Saison 2010 wurde ich auch wieder aus jenem Kader entlassen. Dennoch bekam ich sehr starken Rückhalt aus dem Kansas State University Team. Die darauffolgende Saison erwies sich erneut als schwierig und ich konnte dem Punkte-Konto der Universität bei den NCAA Championships als Achter mit 7837 Punkten nur einen Punkt in der Teamwertung beisteuern. Als so genannter „post-collegian athlete“ bin ich im Moment offiziell kein Teil des Teams mehr. Allerdings, genieße ich täglich die Vorteile eines Vollstipendiums und erhalte im Mai meinen Abschluss in Public Relations.

Nun möchte ich einige der Ausführungen in dem Artikel richtig stellen, indem ich sie aus der Sicht eines Insiders darlege:

–       Fast alle Trainer in den USA sind hauptamtlich TRAINER. Das ist ihr Job und dafür werden sie meistens nicht schlecht bezahlt. Daher kommt auch eine gewisse Leistungserwartung von oben, an die Trainer selbst und dann natürlich an die Athleten. Der Head Coach, der nun seit über 20 Jahren Trainer der Kansas State University ist, bekommt im Jahr ca. 150.000 US-Dollar. Zu Recht wird von ihm erwartet, dass er Erfolg nachweisen kann. Der Vertrag ist hier öffentlich einsehbar.

–       Die meisten Universitäten der großen Konferenzen (Big12, Big10, PAC12, ACC und SEC) verfügen über ein fulminantes Budget und über ordentliche Anlagen, sowohl im Stadion, als auch in der Halle. Außerdem sind die meisten Unis in der Lage, alle möglichen Geräte in kürzester Zeit zu beschaffen. Zum Beispiel wurde mir ein gebrochener Stab innerhalb einer Woche ersetzt. Wie viele deutsche Vereine können das?

–       Wer gut ist, sticht heraus. Das ist eine ganz einfache Regel im Sport und sie gilt auch in Amerika. Vom „Untergehen in Unmengen von Athleten“ ist hier weit gefehlt. Natürlich ist es etwas Anderes, wenn die Stars der Stadt ein Quarterback der Footballmannschaft oder die nächste NBA-Hoffnung des Basketball-Teams sind, aber die Zeiten des Superstars im 500-Seelen-Dorf in Deutschland werden früher oder später auch dort vorbei sein. Und mal ehrlich: Welche Rolle spielt etwa eine U20-Weltmeisterschaft, wenn man’s hinterher nicht schafft?

–       Normalerweise hat ein Team eine gleiche Anzahl an zu vergebenen Stipendien für Männer und Frauen, die prozentual beliebig aufgeteilt werden können. Nicht alle bekommen also ein Vollstipendium, das 100% entspricht. Für viele Amerikaner ist die Kostenübernahme der Studiengebühren schon eine unersetzliche Hilfe. Die Behauptung, dass Frauen es leichter hätten, an ein Stipendium zu kommen, finde ich falsch. Eine Universität muss zusätzlich darauf achten, dass die Gesamtzahl der Frauen und Männer in allen Sportarten zusammen etwa gleich ist.

–       Viele der US-Topathleten trainieren weiterhin an Universitäten und oftmals mit ihrem ehemaligen Uni-Coach zusammen. Natürlich überschneiden sich deren Trainingszeiten mit denen der College-Athleten und man lernt voneinander, also kein Unterschied zu Deutschland. In Deutschland werden diese Athleten oftmals separat oder in speziellen Leistungsgruppen trainiert. Nachteil: Deutschland.

–       Die Quote der Athleten, die tatsächlich durchkommen und den Sprung in internationale Gefilde schafft, ist gering, egal ob in den USA oder in Deutschland. Nur in den USA liegt das Durchschnittsalter der Ausscheider etwa bei 23-24 Jahren (nach Uni-Abschluss), wobei in Deutschland schon viele Athleten durch den Studieneinstieg gezwungen werden, die Spikes an den Nagel zu hängen.

–       Die Leistungsdichte in den USA ist tatsächlich in vielen Disziplinen enorm hoch. Allein im Hallensiebenkampf in diesem Jahr erlebte man einen denkwürdigen Wettkampf. Der im Schnitt der Top7 bei der WM (bei der WM kamen nur 7 durch) lag 30 Punkte über dem Schnitt der College-Studenten. Die US-Studentinnen brauchten im Finale über 60 m Hürden im Schnitt 8,065 Sekunden, nur knapp geschlagen von den ersten acht der WM mit einem Schnitt von 8,032 Sekunden. Das heißt, mit einer Topleistung für unseren nationalen Standpunkt kann man sich unter Umständen auf NCAA-Level nicht für den Endkampf qualifizieren.

–       Ab einer gewissen Leistung wird man in den USA von jeder Uni mit einem Handkuss angenommen. Ein Zehnkämpfer mit der großen 8 auf dem Konto kann überall anfragen und wird auch überall genommen. Der zuständige Trainer müsste schon unglaublich ehrlich sein, um einen Athleten an eine andere Adresse weiter zu empfehlen.

–       Es stimmt, dass viele Athleten oft die halbe oder die doppelte Distanz ihrer Paradestrecke oder anstelle vom Dreisprung oft mal weitspringen müssen, aber jetzt mal ganz ehrlich, sollten sie dazu nicht in der Lage sein? Ein gutes Beispiel ist Raul Spank, der als Hochspringer fast einen ganzen Mehrkampf absolvieren kann. Ich selbst war in meiner WM-Saison bei sechs 4×400-m-Staffeln im Einsatz und verbesserte meine 400-m-Bestleistung in jenem Jahr um eine Sekunde. Es ist traurig, wenn ein Sprinter nur in der Lage ist, 100 m zu laufen, da die Kurve schon zu lang wäre, wenn ein Weitspringer nicht weiß, wie man aus dem Startblock beschleunigt oder wenn eine Siebenkämpferin nicht auch mal in der Staffel laufen darf.

Abschließend das Wichtigste: Es kommt auf die Sorgfalt bei der Auswahl an. Wenn ich als 7.600er-Zehnkämpfer zu einer Uni gehe, wo der Zehnkampfrekord bei 7.300 Punkten liegt, werde ich mich zwar höchstwahrscheinlich sehr schnell „record holder“ schimpfen dürfen, kann aber auch davon ausgehen, dass dieses Team noch nie eine Tradition im Mehrkampf hatte und der Trainier diesbezüglich keine Erfahrung mitbringt. Wenn einem als Stabhochspringer ein nagelneuer Satz an Karbonstäben angeboten wird, dann ist das nichts Besonderes. JEDE Uni kann das. Das sind Peanuts. Wenn man, wie schon vorher gesagt, ein bestimmtes Niveau erreicht hat, dann bekommt man höchstwahrscheinlich an jeder Uni ein Stipendium. Wer sich das nicht zunutze macht, der ist selber schuld! Jeder in dieser Situation sollte alle Optionen abwägen. Wer eine Uni aussucht, die keine entsprechende Trainingsgruppe hat, verpasst eine riesen Chance. Bei der Auswahl der Universität muss man sich selber ehrlich fragen, welche sportlichen Ambitionen und welches Potential man hat. Meiner Meinung nach gibt es hier drei verschiede Optionen, die bei der Kategorisierung der Auswahlkriterien ausschlaggebend sein sollten:

1. Sport: Trainer, Trainingsstätten, Team (Athleten u. medizinische Versorgung), akademischer Status der Universität, Stadt. Die sportliche Karriere genießt höchste Priorität und alles andere hat sich dieser unterzuordnen.

2. Akademische Ausbildung: akademischer Status der Uni, Trainer, Rest egal. Eine gute Mischung, die für die „Zeit danach“ ausgelegt ist. Der Sport muss Spaß machen und hilft, das ganze Unterfangen zu finanzieren, aber das Hauptaugenmerk liegt auf der guten Universität.

3. Spaß/Erfahrung: Stadt, Universität, Sport. Der Sport ist hierbei das Sprungbrett ins Abenteuer. Unter Umständen hat man Glück und findet dadurch den Weg zur nationalen Spitze oder entdeckt den Spaß am Sport wieder.

In diesem Sinne, liebe Athleten, seid schlau und fragt lieber jemanden, der schon mal drüben war, bevor ihr im Sumpf landet und euer Trainer keine Ahnung von eurer Disziplin hat. Jeder aktuelle oder ehemalige NCAA-Athlet wird euch weiterhelfen können und Freude daran haben, wenn sie euren Namen in der Ergebnisliste mit einer amerikanischen Stadt daneben sehen, denn ihr habt es geschafft!

Einziger Hallenwettkampf der Saison erfolgreich bestritten

Manhattan/KS. Bei meinem einzigen Hallenwettkampf der Saison 2012 am 17. Februar bin ich zweimal (eigentlich dreimal) ganz knapp an zwei Bestleistungen herangekommen. Über die 60 m Hürden lief ich im Vorlauf 8,13 Sekunden und ließ im Endlauf 8,16 Sekunden folgen. Beide Zeiten kamen unglaublich nah an meine Bestleistung aus dem Jahre 2008, die immer noch bei 8,11 Sekunden liegt! Anschließend tauschte ich die Hürden gegen die Kugel ein und beförderte das Gerät auf 14,18 Meter, was nur 30 cm unter meiner Bestleistung des letzten Jahres liegt. Im letzten von fünf wahrgenommenen Versuchen kam ich noch einmal auf 14,10 m.

Um mich möglichst optimal auf die Olympiasaison vorzubereiten, war es von vornherein geplant, nur diesen einen Wettkampf in der Halle zu machen. Das Trikot des TV Wattenscheid verschwindet für die nächsten Wochen wieder im Schrank, denn das Training ist wieder total auf Aufbau umgestellt und ich plane meine ersten Testwettkämpfe der Stadionsaison erst für Ende März.

Knieverletzung verhindert auch Start bei DM

Die Verletzung am rechten Knie, die schon meine Hoffnungen in Ratingen platzen ließ, verhindert auch an diesem Wochenende meine Teilnahme an den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Vaterstetten. Letzte Woche klärte eine Kernspintomographie endlich auf, ob sich unter der starken Prellung noch etwas Schlimmeres versteckte. Zum Glück ist es nur ein hartnäckiger Bluterguss direkt am Ansatz des Innenbands am Knie. Der Facharzt in München empfahl mir, das Training (das ich schon eine Woche zuvor wegen Verschlechterung des Schmerzbilds einstellte) für die nächsten drei bis vier Wochen auszusetzen und konsequente Reha-Maßnahmen zu ergreifen.

Somit muss ich in diesem Jahr bei den Meisterschaften zusehen und die Mehrkämpfer von der Tribüne aus anfeuern. Ich freue mich dennoch auf ein Wiedersehen mit befreundeten Athleten und Trainern!