Decathlon2000 nicht nur für Zehnkampfinsider

Viele Zehnkampf-Insider kennen die Webadresse www.decathlon2000.ee natürlich schon längst und haben sie dreifach in ihren Lesezeichen vermerkt, aber jetzt hat der estländische Zehnkampf-Guru, Janek Salmistu, seine Online-Zehnkampf-Enzyklopädie überarbeitet und auf neueste Webstandards gebracht. Somit sind nun viele Seiten untereinander verlinkt, man kann ein Benutzerkonto anlegen, im Forum Gedanken austauschen, Kommentare zu Artikeln schreiben und sogar einzelne Artikel – oder die ganze Seite – auf Facebook einbinden. Und das Beste für mich ist, dass ich endlich einen RSS-Link von Decathlon2000 habe, den ich auf der rechten Seite einbaue, um euch dadurch auf meiner Webseite noch mehr über aktuelle Geschehnisse in der Zehnkampfwelt zu informieren. Decathlon2000 hat aber vor allem viele Daten und Infos der Zehnkampfgeschichte und ist deshalb nicht nur etwas für Insider, sondern auch für Einsteiger! Viel Spaß beim Surfen!

Bettie Wade beweist Beständigkeit

Beim saisonabschließenden Mehrkampfmeeting “DecaStar” in Talence/Frankreich beweist meine Trainingskollegin, Bettie Wade, wieder einmal ihre Beständigkeit in diesem Jahr. Alle fünf Siebenkämpfe, die sie in dieser Saison absolviert hat, lagen im Bereich zwischen 5900 und 6000 Punkten. Ihre Bestleistung von genau 6000 hat sie im März im österreichischen Götzis erzielt und hat nun gehofft, diese in Talence noch steigern zu können. Allerdings warfen sie ihre Leistungen im Hürdensprint, Kugelstoßen und Speerwerfen zu weit zurück, um den Wettkampf trotz eines starken Kämpferherzes mit einer neuen Bestleistung abzuschließen. Bettie wurde mit 5982 Punkten Siebte, Tatyana Chernova (Russland) siegte mit 6453 Punkten.

Bei den Damen waren leider keine deutschen Starterinnen am Start, dafür aber Pascal Behrenbruch (Eintracht Frankfurt) bei den Männern. Pascal war wohl so heiß wie kein Zweiter in diesem Starterfeld. Nach leichten Verletzungsproblemen nach dem Meeting in Götzis trat er nicht beim traditionellen Mehrkampfmeeting in Ratingen an. Auch beim “Leistungsnachweis” in Braunschweig (bei den Deutschen Meisterschaften) konnte er seine Form nicht unter Beweis stellen. Daraufhin hat der DLV ihn nicht für die Europameisterschaften in Barcelona nominiert. Dies wurde jedoch von ihm nicht akzeptiert und es gab einen Kleinkrieg zwischen mehreren beteiligten Parteien. – Randbemerkung: Gut, dass ich in Amerika bin! – Wie dem auch sei… Pascal hat in Talence mit 8202 Punkten eindrucksvoll bewiesen, dass er bei den Europameisterschaften ein Wörtchen hätte mitreden können. Mit seinem zweiten Platz hinter Leonel Suarez (Cuba) war er vor allem auch bester Europäer und schlug alle Medaillengewinner der EM (Barras, Sintnicolaas, Krauchanka).

Komplette Ergebnisse von Talence

US Championships: Trainingsgruppe erfolgreich

Für mich ist die Saison schon vorbei, wenn sie für andere aus meiner Trainingsgruppe gerade erst richtig losgeht. Drei Mehrkämpfer meiner Trainingsgruppe sind vorgestern und gestern bei den US-Meisterschaften in Des Moines/Iowa an den Start gegangen. Zehnkampf-Veteran Tom Pappas und die beiden Siebenkämpferinnen Bettie Wade und Kasey Hill riefen in etwa das ab, was man von ihnen erwarten konnte.

Für Tom Pappas stand schon nach der letzten Saison ein großes Fragezeichen vor der Saison 2010. Massive Fußprobleme verhinderten im letzten Herbst jegliches Training und so fing der Aufbau für eine Freiluftsaison erst im Winter so richtig an. Dennoch habe ich Tom sehr selten auf der Bahn gesehen. Wenn er dennoch irgendeine Form von Lauftraining absolvierte, war sein Gesicht stets schmerzverzerrt, seine Kommentare von Unzufriedenheit geplagt. Wurftraining, ja das ging, und das konnte man auch im Wettkampf sehen. Es gibt nicht viele Zehnkämpfer, die die Kugel auf 16,87 m verfrachten. Als ich mein letztes Training für die NCAA Championships machte, absolvierte Tom zum ersten Mal ein Hürdentraining im Freien in dieser Saison.
Tom ist ein Kämpfer und ein absolutes Vorbild. Er gibt nicht auf und glaubt an sich selbst. Mit seiner Erfahrung konnte er trotz der ungenügenden Vorbereitung 8101 Punkte und einen Zweiten Platz (hinter Jake Arnold, 8215 Punkte) aus sich herausquetschen. Ob das nun Toms einziger Zehnkampf im Jahre 2010 bleibt, weiß er wohl selbst noch nicht…

Kasey Hill kam nach einer Verletzung im letzten Jahr auf Platz 4

Die Youngsters, Bettie Wade und Kasey Hill, konnten beide im Siebenkampf überzeugen. Bettie wurde mit 5966 Punkten Dritte, gefolgt von Kasey (5804 Punkte). Schwache Wurfleistungen verhinderten Betties zweiten 6000-Punkte-Mehrkampf (Kugel 12,32 m, Speer 36,63 m), aber der dritte Platz bei den US Championships ist vielleicht ein kleines Trostpflaster. Kasey Hill, die nach Verletzungspech im letzten Jahr zum Jahresbeginn Coach Roveltos Gruppe beitritt, legte mit 5804 Punkten ein ordentliches Comeback hin. Bei ihr fehlte es noch ein wenig in den beiden Sprüngen, aber nach einer langwierigen Muskelverletzung, die sie sich beim Thorpe Cup 2009 in Marburg zuzog, kann sie mit ihrem Ergebnis mehr als zufrieden sein.

Unser junger Hochspringer, Erik Kynard, konnte sich als Dritter bei der U20 leider nicht für die Nachwuchs-WM in Kanada qualifizieren und zeigte sich nach seinem Wettkampf mit 2,17 Metern sehr unzufrieden. Ähnlich lief es bei Jeffrey Julmis, der bei den Männerhürden mit 13,97 s (-3,3 m/s) das Finale verpasste.

Götzis-Bericht/Betties erster Sechstausender!

Meine Trainingskollegin Bettie Wade hat beim diesjährigen Mehrkampf-Meeting in Götzis/Österreich den ersten Sechstausender ihrer Karriere gemeistert – und zwar auf den Punkt genau. Damit wurde sie in dem sehr stark besetzten Feld der Siebenkämpferinnen Neunte und hat mit ihrer Punktzahl bestätigt, was sie im Vorfeld angekündigt hatte – “I think I will score 6000 points.” Dabei hat sie noch weiteres Potential, denn vor allem am ersten Tag ließ sie viele Punkte liegen und konnte einzig im Hochsprung mit 1,82 m in die Nähe ihrer Bestleistung kommen. Am zweiten Tag folgte trotz des schlechten Wetters eine Bestleistung im Weitsprung mit 6,29 Metern. Im Speerwurf und über 800 Meter sind noch viele Punkte zu holen, aber dafür stehen noch einige Siebenkämpfe in ihrer Karriere aus. Bettie, Glückwunsch zu den 6000 Punkten!
(Betties Siebenkampf: 14,00 s – 1,82 m – 13,62 m – 25,07 s – 6,29 m – 37,62 m – 2:21,17 min)

Im Zehnkampf wurden die Ergebnisse leider sehr stark von den Wetterkapriolen des zweiten Tages in Mitleidenschaft gezogen. Der Sieger, Bryan Clay, konnte seinen Anspruch auf einen neuen Weltrekord wohl schon nach dem Weitsprung beenden, blieb aber auch mit 8483 Punkten weiter hinter seinen Erwartungen zurück. Aus deutscher Sicht war die Ausbeute leider sehr mager, denn Pascal Behrenbruch hat zwar mit 8069 Punkten die Qualifikationsleistung für die Europameisterschaften erbracht, wurde aber nur Achter in der Endabrechnung.

Nils Büker und Jan-Felix Knobel hatten beide gute erste Tage und es sah vieles danach aus, als würde zumindest Jan schon einen Finger an den 8000 Punkten haben. Leider wurden 4,40 m Anfangshöhe im Stabhochsprung bei sehr schlechtem Wetter mit viel Regen für ihn zum Verhängnis und er musste null Punkte auf seinem Konto hinnehmen. Als kleines Trostpflaster gewann er die Patronanz im Speerwerfen mit tollen 66,51 Metern. Er verzichtete auf die 1500 m, um sich voll auf den nächsten Versuch in Ratingen zu konzentrieren. Nils war nach fünf Disziplinen bester Deutscher mit 4155 Punkten, verbuchte aber schwache Ergebnisse am zweiten Tag und erzielte zum Schluss nur 7477 Punkte (19. Platz).

Wenigsten bin ich nicht der Einzige, der in diesem Jahr schlechte Wetterbedingungen bei Wettkämpfen hat, es ist aber sehr schade für das Meeting in Götzis und die vielen Weltklasse-Athleten, die dort ihr Bestes gegeben haben.

Die Götzis-Vorschau aus meiner Sicht

An diesem Wochenende schielt die gesamte Mehrkampfwelt wieder auf das kleine Städtchen in Vorarlberg. Das traditionsreiche Mehrkampfmeeting in Götzis ist ein Wettkampf, der die weltbesten Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer anzieht und auf der Liste eines wahren Mehrkampffans nicht fehlen darf. Aus wettkampftechnischen Gründen und Verpflichtungen meiner Universität gegenüber musste ich das Angebot, dort zu starten, in diesem Jahr leider ablehnen. Ich freue mich aber trotzdem darauf, in den nächsten Jahren dort zu teilnehmen zu dürfen, um auf historischem Boden eine Bestleistung nach der anderen zu jagen.

Nichtsdestotrotz ist der Wettkampf auch in diesem Jahr für mich, wenn auch nur als Fan, hochinteressant! Zwei meiner Freunde und Trainingskollegen sind am Start. Zum einen die aufkommende Siebenkämpferin, Bettie Wade, und zum anderen mein Vereinskollege, Nils Büker, der “Mann mit den dicken Oberarmen”. Bettie hat in diesem Jahr in Arizona schon an der 6.000er-Marke gerochen und hätte bei etwas besseren Bedingungen auch locker ein paar Punkte mehr gesammelt. Nils war im letzten Jahr Achter in der Deutschen Bestenliste mit 7.810 Punkten, die er in Ratingen aufs Papier brachte. Nils ist vor allem im Sprint, Weit- und Hochsprung unter den Top-Kandidaten und sollte zu Beginn das deutsche Trio auf Kurs bringen.

Mal sehen, ob Nils auch dieses Jahr wieder die Muskeln spielen lässt! - (Foto: Kenny Beele)

Aus deutscher Sicht starten neben Nils auch noch Pascal Behrenbruch und Jan-Felix Knobel (beide Frankfurt) im Zehnkampf. Pascal hat gute Chancen, sich unter den ersten fünf zu platzieren, während Jan-Felix sich die 8.000-Punkte-Marke übertreffen will. Weitere meiner “Bekannten” sind der Weltmeister Trey Hardee und WM-Teilnehmer Jake Arnold aus den USA, Brent Newdick aus Neuseeland, sowie der Schweitzer Simon Walter. Außerdem ist auch der ehemalige K-Stater Attila Zsivoczky (Ungarn) am Start, der sowohl den Hallensiebenkampf- als auch den Zehnkampfrekord der Kansas State University hält (noch).

Big 12 Championships: kein Vergleich zu 2009!

Der Zehnkampf bei den Big 12 Championships 2010 in Columbia/Missouri ist zu Ende und Nick Adcock steht erwartungsgemäß als Sieger fest. Seine 7704 Punkte bedeuten eine neue persönliche Bestleistung. Nur einige Meter dahinter, wenn man so will, wurde Lars Rise Zweiter mit 7695 Punkten, auch eine neue Bestleistung. Beide Athleten sind von der University of Missouri und konnten durchaus ihren Heimvorteil nutzen. Damit wurde die Dominanz von Kansas State  im Zehnkampf (erster, zweiter und fünfter Platz) von Missouri in diesem Jahr übernommen. Die teilweise schlechten Ergebnisse sind unter anderem auch auf die widrigen Bedingungen zurück zu führen, entschuldigen aber nicht den starken Abfall der Zehnkampfergebnisse, sofern man die gesamte Conference betrachtet.

Zehnkampffreund Nick Adcock, Big 12 Champion 2010

Meine Teamkollegen Mantas Silkauskas und Tomas Kirielius (beide aus Litauen) hatten es auch mit dem Pech zu tun. Mantas, der mit 10,62 s und 7,19 m die ersten beiden Disziplinen gewann, musste wegen Beugerproblemen den Hürdenlauf und damit auch den Zehnkampf vorzeitig beenden. Tomas unser “Freshman” überzeugte am ersten Tag mit übersprungenen 2,04 m, wurde aber am zweiten Tag vom Pech verfolgt. Er hatte nur einen gültigen Versuch im Diskuswerfen, der bei 30 Metern eintrudelte (Bestleistung über 43m), und – als ob das noch nicht reichen sollte – gab es für ihn einen “salto nullo” im Stabhochsprung. Insgesamt beendeten vier Athleten mit einem Nuller in je einer Disziplin den Zehnkampf; dazu kommt Mantas, der aufgeben musste.

Das schlechte Ergebnis der ersten Acht ist auch darauf zurück zu führen, dass einige Kandidaten fehlten oder, wie Mantas, aufgaben. So fehlten in diesem Jahr vier Athleten, die in den Top 8 des letzten Jahres vertreten waren. Das könnte bedeuten, dass unsere Conference auch hinter anderen Conferences hinterer hinkt, z.B. die Pacific 10 (mit Ashton Eaton) oder die South East Conference (Mateo Sossah, WM-Teilnehmer Berlin). Um das wieder zu ändern, wird es Zeit, gesund zu werden und bei den NCAA Championships die Ruder in die andere Richtung zu drehen. Auch von Nick Adcock und Lars Rise ist noch mehr zu erwarten. Keiner der beiden erwischte einen glanzvollen ersten Tag und ich schätze Nick nach seiner tollen Hallensaison (5936 Punkte) im Bereich von 8000 Punkten ein.

Big 12 Championships 2009 und 2010 im Vergleich:

Moritz Cleve 8004 Nick Adcock 7704
Mantas Silkauskas 7706 Lars Rise 7695
Trinity Otto 7655 Trinity Otto 7270
Lars Rise 7617 Adam Salzmann 6879
Rok Derzanic 7535 Teran Walford 6731
Bjorn Barrefors 7244 Isaac Murphy 6355 (dq. Hürden)
Andrew Webb 7099 Eddie Taylor 6212
Nick Adcock 7059 (o.g.v. Stab) Alex von Hagen 6143
Durchschnitt 7490 Durchschnitt 6874

Ach ja, einen Vergleich gibt’s doch zum letzten Jahr. Das Wetter war am zweiten Tag, wie schon 2009, ziemlich sch… schlecht! Der Stabhochsprung fand deshalb wieder in der Halle statt. Aber bitte nicht weitergeben, denn dabei könnten sich wieder einige – wie im letzten Jahr – drüber aufregen! :-)

Was kommt in die Zehnkampftasche?

Ich war gerade dabei, meine Tasche für den Zehnkampf beim Jim Click Invitational zu packen, als mir einfiel, einen Blog-Eintrag über die Zehnkampftasche zu schreiben. Die Ausrüstung eines Zehnkämpfers ist unglaublich groß im Vergleich zu jeder anderen Disziplin. Generell gehen die Könige der Athleten auf “Nummer sicher” und doppeln alles Notwendige. Letztes Jahr machte ich eine lehrreiche Erfahrung, als es in Texas während des Zehnkampfs für ein paar Stunden so kalt war, dass ich meine Handschuhe vermisste, die ich nicht eingepackt hatte… Texas, hallo?!?

Alles muss in eine Tasche

Ich habe insgesamt 8 Paar Sportschuhe eingepackt plus ein Paar Ausgehschuhe für die Flüge und Abendessen mit dem Team. Da die Wettervorhersage für mindestens einen Tag schlechtes Wetter vorhersagt, habe ich auch reichlich an T-Shirts, Socken und natürlich eine Regenausrüstung in der Tasche. Sonstige Ausrüstung umfasst unter anderem reichlich Tape, einen Massagestab, iPod und Kopfhörer, Baumharz für besseren Griff beim Stabhochsprung und Maßband zum Ausmessen der Wettkampfanläufe.

zu viele Schuhe in der Tasche

Zusätzlich kommen noch die Geräte dazu: 5 Stäbe mit einer Länge von 4,90 Metern, mindestens ein Diskus und ein Speer, manchmal noch eine Kugel. Essen und Trinken werden immer vom Team gestellt, aber ich habe trotzdem immer gerne meine eigenen Müsli-Riegel und Powerbar-Gels dabei, um mich mit gewohnter Nahrung zu versorgen. Außerdem trinke ich während der Reise zum Wettkampf meistens ein Elektrolyt-reiches Getränk, das eigentlich für Babys gedacht ist, wenn diese ihr Essen nicht gut vertragen. Die Elektrolyte helfen, den Körper zu hydrieren. Das ist wirklich wichtig auf den Busreisen und während der Flüge, wenn man selten ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, um nicht jede halbe Stunde auf Toilette zu müssen. Auf der mexikanischen Seite der Grenze zu Amerika sind diese Getränke unglaublich hoch im Kurs, weil es illegale Einwanderer trinken, um die Wüste trotz Flüssigkeitsmangel durchqueren zu können.

Alles in drin und der Reißverschluss geht noch zu, fertig!

Weltrekord Ashton Eaton: 6499 Punkte!

Ashton Eaton hat soeben den Weltrekord im Hallensiebenkampf von keinem geringeren als Dan O’Brien gebrochen. Unglaublich! Bei den NCAA Indoor Championships in Fayetteville, Arkansas erzielte er 6499 Punkte und über traf die alte Bestmarke um 23 Zähler. Er begann mit 6,71 Sekunden über 60 m – Meeting-Rekord Nr. 1. Im Weitsprung ließ er 7,73 m folgen, ein zweiter Meeting Rekord. In seiner schwächsten Disziplin, dem Kugelstoßen, übertraf er seinen Hausrekord und stieß 13,12 m. Auch im abschließenden Hochsprung erzielte er mit 2,11 Metern eine neue Bestleistung und gleichzeitig neuen Meetingrekord.

Ashton Eaton

Der zweite Tag fing – natürlich – mit einem neuen Meetingrekord an, 7,77 Sekunden über 60 m Hürden. Es wurde unglaublich spannend, denn 5,10 m im Stabhochsprung bedeuten 2:34,58 Minuten, um den Weltrekord zu brechen.
Das Feld in diesem Siebenkampf war, wie immer, sehr stark in der letzten Disziplin. Insgesamt 6 Athleten hatten schon Vorleistungen unter 2:40 Minuten. Es wurde also ein Krimi, aber kein unmögliches Unterfangen.

Los geht’s. Reihenfolge: Curtis Beach, Mateo Sossah, Ashton Eaton, 30 s in der ersten Runde, 61 s nach 400 Metern! Genau in der Zeit. Curtis Beach gewinnt den Lauf in 2:27,88 Min, der erste Weltrekord in diesem Siebenkampf, denn das war die schnellste Zeit über 1000 m in einem Siebenkampf jemals gelaufen. Dann kam Sossah in 2:32,22 und Eaton in 2:32,67 Minuten, eine Bestleistung von 6 Sekunden und genug für den neuen Weltrekord!!! Unglaublich.

Ich saß zwei Tage lang vor meinem Laptop, damit ich nicht einen einzigen Lauf oder Versuch verpassen würde, wenn ich schon nicht selbst am Start sein konnte. Heute Früh hatten wir Tempoläufe und im Anschluss wurde der zweite Tag gestartet. In unserer Halle saßen wir zu zehnt und haben auf den Bildschirm gestarrt, als Ashton seine 7,77 s runter trommelte. Anschließend kam mein Teamkollege Rok zu mir in die Wohnung, um den Rest des Angriffs auf den Weltrekord zu verfolgen. Es war echt spannend, fast als würde man selber an der Startlinie stehen. Während des Laufs haben wir quasi aus der Ferne angefeuert und konnten es kaum glauben, als Ashton Eaton es wirklich geschafft hatte.

Ashton Eaton ist nicht arrogant und nicht hochnäsig, er ist einer der umgänglichsten Typen, die ich kenne. Deshalb freut es mich für ihn umso mehr, dass er dieses Kunststück vollbracht hat. Unglaublich!!!

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