Erik Kynard springt über Basketballspieler

Eine meiner besten Ideen während meiner Zeit als Praktikant im Athletic Department der Kansas State University wurde nun endlich umgesetzt. Erik Kynard (13. WM 2011) sprang über unseren Basketballstar, Jordan Henriquez-Roberts (2,13 m). Das Video wurde schon vorher über Twitter und Facebook angekündigt und wir bauten eine Hochsprunglatte mitten auf dem Campusgelände auf, um Studenten und Professoren zu verdeutlichen wie hoch 2,33 m (Eriks Bestleistung) wirklich ist, weil sie nämlich unter der Latte hergehen mussten. Schaut euch das Endprodukt unserer Videocrew am besten selbst an!

KU Relays: 14,45 Sekunden bei 8 Grad

Das war zwar meine schnellste Hürdenzeit bei kaltem Wetter, aber mit den 14,45 s am gestrigen Freitag gebe ich mich nicht zufrieden. Ich verpasste den Einzug ins Finale um zwei mickrige Hundertstel und hatte dabei auch noch etwas Pech, da ein deutlich langsamerer Athlet mit 14,87 s seinen Lauf gewann und direkt weiterkam. Anstelle des Finales steht für mich heute noch eine Tempolaufeinheit auf dem Programm. 

Der nächste Wettkampf ist für den 5. Mai geplant. 

Offizielle Facebook-Fanseite

Offizielle Facebook-Fanseite

Ich besitze nun eine offizielle Facebook-Fanseite, die komplett auf Englisch ist. Dort kann jeder aktuelle News und Ereignisse erfahren, sowie in meiner “Timeline” nach sogenannten “Meilensteinen” stöbern. Klickt auf “gefällt mir” und teilt meine Facebook-Seite auf eurer Pinnwand mit euren Freunden! 

In 30 Tagen…

… steh’ ich wieder in Wattenscheid auf der Matte. Am 16. Mai werde ich in Düsseldorf einfliegen und dort abgeholt werden. Nächste Station ist dann Wattenscheid, wo ich mich im “heimischen” Klaus Steilmann-Haus einquartiere, bis ich eine passende Wohngelegenheit in Wattenscheid oder in der Umgebung gefunden habe. 

Saisoneinstieg: KU Relays

Meine Stadionsaison werde ich am 20. April in Lawrence/Kansas bei den KU Relays beginnen. Dort werde ich auf jeden Fall über die 110 m Hürden an den Start gehen und hoffe aber noch auf die Zulassung in einer anderen Disziplin (eventuell Weit, Stab oder Speer). Als so genannter “post-collegiate athlete” werde ich zwar offiziell “unattached”, also ohne Zugehörigkeit aufgelistet, starte aber im Wattenscheider Blau-Weiß. Traditionell eröffne ich meine Saison mit einem Hürdenlauf und war bei den KU Relays schon zweimal im Finale der Studenten. Bis dahin heißt es also gesund bleiben und die Formkurve weiter aufbauen. 

Marburg, Mainz und Budapest

Die zwei Wochen meines Deutschlandaufenthalts sind vorbei und ich konnte die Zeit mehr als gut nutzen, indem ich drei wunderschöne Städte innerhalb von zwei Wochen besuchte, jedoch für sehr unterschiedliche Zwecke.

Von Wattenscheid ging es zunächst über Köln nach Marburg zur 17. Auflage des Thorpe Cups. Zum einen wollte ich natürlich helfen, die deutsche Mannschaft anzufeuern, zum anderen kamen viele meiner Freunde und Bekannten aus den USA nach Deutschland. Die Kansas State University war wohl die stärkste vertretene Kraft mit Coach Cliff Rovelto, Bettie Wade, Kasey Hill und Ryann Krais im Team der US-Siebenkämpferinnen und unserem “Athletic Trainer” Nobutaka Takashima, der die medizinische Seite der USA assistierte. Bei den Männern waren aus der Big 12 Conference Nick Adcock (Missouri) und Trinity Otto (Texas AM) mit dabei, ein stark aufkommender Miller Moss (Clemson University), Mat Clark (University of Northern Iowa), wie auch meine guten Freunde Joe Detmer und Chris Helwick, komplettiert durch Mark Jellison (die letzten drei starten nicht mehr für Universitäten). Die deutsche Zehnkampftruppe, die anscheinend auf dem Papier einen kleinen Nachteil hatte, war durch Rico Freimuth, Nils Büker, Matthias Prey, Simon Hechler, Patrick Spinner, Lars Niklas Heinke und Thorsten Margis vertreten.

Ein starkes TEAM: die siegreiche deutsche Mannschaft! - Bild: Kenny Beele (www.spofo.de)

Doch jeder weiß, dass die Gastmannschaft durch Jetlag und ungewohnte Umgebung immer einen Nachteil hat. Dazu kam im Falle der Amerikaner noch, dass viele der angereisten Yanks schon zuvor drei oder vier Zehnkämpfe in diesem Jahr absolviert hatten und der Thorpe Cup wahrlich nicht als der Höhepunkt angesehen wurde. Es wurde eine verdammt enge Schlacht, das konnte man schon nach dem ersten Tag sehen. Vor allem die deutsche Mannschaft zeigte sich positiv überraschend unglaublich geschlossen und konnte den so genannten “Team spirit” entwickeln, was man sonst nur von den Amerikanern gewohnt ist. Die Führung in der Teamwertung wechselte ständig zwischen den beiden Mannschaften und es kam letztendlich zu einem Showdown auf den 1500 Metern! Es war zwar schon klar, dass Joe Detmer, der eine Bestleistung von 4:05 min hat, uneinholbar sein wird, aber die Deutschen durften in der Gesamtwertung insgesamt nur etwa 20 Sekunden auf die fünf besten Amerikaner verlieren. Joe gewann erwartungsgemäß den 1500er und siegte in der Einzelwertung mit 8090 Punkten, aber alle warteten nur auf das Mannschaftsergebnis. Und auf einmal brüllte das Team der deutschen Athleten und Trainer los. Sie hatten mit 13 Punkten Vorsprung gewonnen – zum ersten Mal wieder seit 2001!

Am Montag nach dem sagenhaften Sieg des Zehnkampf Teams fuhr ich von Marburg nach Mainz. Es stand ein fünftägiger Stabhoch-Lehrgang mit Bundestrainer Herbert Czingon an. Es ging darum, Fehler in meiner technischen Vorstellung und Ausführung zu finden und diese mit gezielten Übungen zu korrigieren bzw. Übungen zu erlernen, die mir helfen werden, Fehler zu vermeiden. Schon in der ersten Stab-Einheit fanden wir einige Schwachstellen heraus und begannen, eine Auswahl von turnerischen Kräftigungsübungen zu erlernen, damit ich diese dann in Eigenregie in Amerika weiterhin in mein Training einbauen kann. Es ging gar nicht so sehr um das Springen auf Höhe, vielmehr um Kleinigkeiten, die im Wettkampf letztendlich höhere Höhen als bisher vermeiden.

An einem Nachmittag konnte ich mich auch noch mit meinem ehemaligen Westfalentrainer und gutem Freund, Manfred Kehm, treffen, der jetzt als Leitender Landestrainer von Hessen arbeitet. Nach einer Krafttrainingseinheit im Olympiastützpunkt Frankfurt ging es anschließend in ein japanisches Restaurant in Frankfurt, um die leeren Muskeln wieder aufzuladen.

Nach dem Training in der Sushi-Bar mit meinem ehemaligen Trainer Manfred Kehm

Das Besondere an meiner Mainz-Exkursion war, dass sich mit Herbert und mir zwei Neuburger getroffen haben, die sich natürlich auch über die Heimat an der Donau ausführlich unterhielten. Ich hoffe, dass wir schon bald Verbesserungen meiner Technik sehen können, eventuell schon in der kommenden Hallensaison.

Freitag ging es dann auch schon genau in diese Heimat zurück, allerdings nur sehr kurz, denn Samstag Vormittag brach ich zusammen mit meiner Mutter nach Budapest auf, um dort einen Kurzurlaub zusammen zu verbringen. Wir waren in einer privaten Pension eines sehr netten Ehepaars untergebracht. Natürlich bestaunten wir sämtliche Sehenswürdigkeiten, genossen die ungarische Küche und ließen die Seele baumeln. In Budapest traf ich außerdem noch meinen Teamkollegen Dezso Szabo und den Kansas State Rekordhalter und 8554-Punkte-Zehnkämpfer, Attila Zsivoczky.

in Budapest auf dem Burgberg mit Blick auf das Parlament

Letzte trainingsfreie Woche

Es war Zeit, abzuschalten, die Beine hochzulegen und die Seele baumeln zu lassen. Die letzten beiden Saisons haben viel Kraft gekostet, sei es es physisch oder psychisch. Nach den diesjährigen NCAA Championships, die eigentlich als Saisonhöhepunkt, jedoch nicht als Saisonende geplant waren, stand für mich fest, dass es an der Zeit war, eine Pause einzulegen. Keine Deutschen Meisterschaften mehr, keinen Ländervergleichskampf und leider auch keine EM…

In meiner Heimatstadt, Neuburg an der Donau, heißt es jetzt noch eine weitere Woche, die Akkus aufladen und wieder Hunger auf Leichtathletik, auf Training und auf Wettkämpfe zu bekommen. Ein Ziel habe ich mir schon für das nächste Jahr fest vorgenommen, aber das werde ich für mich behalten, mir auf einen Zettel schreiben und mir täglich vor Augen führen. Wenn das “richtige” Training zu Semesterbeginn im August wieder Fahrt aufnimmt, gibt es nur noch dieses eine Ziel. 2011 wird meine letzte Saison im lila Trikot der Kansas State University sein. Nach vier Jahren Amerika läuft die Starterlaubnis für die Universität ab.

Zu Beginn meines Sommertrainings geht es nach der Fußballweltmeisterschaft zu meinem Verein nach Wattenscheid, wo ich bei besten Bedingungen und ungestört für die kommende Saison aufbauen kann. Doch bis dahin heißt es noch eine Woche lang ausruhen und WM schauen!

Ein Wochenende Ruhrgebiet

Nur einen Tag nach meiner Ankunft in München habe ich mich auf den Weg zu meinem Verein nach Wattenscheid gemacht. Fünf Minuten vor Anpfiff des Spiels zwischen Serbien und Deutschland kam ich am Parkplatz meines geliebten Lohrheide-Stadions an. Circa 40 Leute des TV Wattenscheid 01 kamen in der Mensa des Olympiastützpunkts zusammen, um das WM-Spiel live anzusehen. Leider hat’s gegen die Serben ja nicht so geklappt wie gewollt…

Am Samstag fuhr nach dem Frühstück zum Mehrkampf-Meeting nach Ratingen und später dann nach Gladbeck zu den westfälischen Jugendmeisterschaften. Einen Kommentar über die diesjährige Situation im deutschen Zehnkampflager erspare ich mir jetzt einfach, darüber gibt es schon genug zu lesen. Jedenfalls hat das Zuschauen bei den wattenscheider Jugendlichen bei den Landesmeisterschaften wirklich Spaß gemacht.

Gestern ging’s wieder nach Bayern zurück und jetzt steht erstmal eine Woche Heimaturlaub auf dem Plan.

NCAA Live-Stream und Live-Ergebnisse

Live-Ergebnisse von FlashResults.com

Live-Video auf der NCAA-Webseite

…wenn’s im Hotel langweilig wird

Keine Titelverteidigung bei Big 12 Championships

Schlechte Neuigkeiten: Ich habe mir letzte Woche Montag eine Zerrung im Beuger meines Sprungbeins zugezogen und werde deshalb die Big 12 Championships und damit meinen ersten “richtigen” Zehnkampf sausen lassen müssen. Somit habe ich keine Chance weder meinen Titel noch meinen Meisterschaftsrekord von 8004 Punkten zu verteidigen. Das Saisonziel in Amerika bleibt weiterhin ein Platz auf dem Podest bei den NCAA Championships in Oregon in vier Wochen. Das medizinische Team und ich arbeiten konsequent daran, meine Verletzung auszukurieren. Täglich stehen mehrere Behandlungen auf dem Plan und ich mache Alternativtraining in Form von Aquajogging und Fahrradprogrammen. Hoffentlich kann ich nächste Woche wieder zum normalen Trainingsablauf zurückkehren und dann geht’s ab!

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