Zehnkampfeinstand erst im Mai

Nach einer aufreibenden, wenn auch verletzungsfreien Hallensaison und zwei Stadionwettkämpfen hat mein Körper “endlich” nach einer Pause gefragt. Letzte Woche bekam ich ein paar kleine Wehwehchen und mein Coach zog sofort die Handbremse, um die ansteigende Formkurve nicht zu unterbrechen. Demnach werde ich meinen ersten Zehnkampf erst im Mai bei den Big 12 Championships in Norman/Oklahoma bestreiten und nicht wie zunächst geplant diese Woche in Texas. Bis dahin stehen allerdings zwei bis drei Vorbereitungswettkämpfe an. Ich gehe davon aus, dass ich am Wochenende schon wieder in allen Disziplinen trainieren kann.

Verletzung fast weg

Viele haben sich bestimmt gewundert warum ich nicht wie angekündigt im Dezember beim heimischen Hallenfünfkampf angetreten bin. Der Grund dafür war eine Verletzung im linken Oberschenkel. Das Schmerzbild war etwas seltsam, da der Hauptschmerzpunkt fröhlich an meinem Bein auf- und abwanderte und unsere physiotherapeutische Abteilung kein Gegenmittel kannte. Einschränkungen hatte ich hauptsächlich beim Sprint- und Sprungtraining, alles andere lief wie gewohnt weiter.
Anscheinend helfen die sogenannten Kinesiotapes meinen Muskeln ganz gut und ich konnte seit Montag damit schmerzfrei trainieren. Allerdings wird diese Woche auf jeden Fall noch auf Sparflamme gehalten und falls es am Freitag keine Probleme gibt, werde ich Samstag nicht nur im Kugelstoßen an den Start gehen.

Neuzugang: Tomas Kirielius

Ein weiterer Neuzugang in diesem Jahr (seit Januar) ist Tomas Kirielius. Er kommt ursprünglich aus Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens und startete schon mehrmals im Trikot seines Heimatlandes bei internationalen Jugendmeisterschaften. Mit seiner Jugendbestleistung von 7154 Punkten hält er derzeit auch den U20-Rekord des kleinen, baltischen Landes. Tomas ist auf den Spuren anderer Litauer, wie etwa Austra Skujyte, Darius Draudvila oder eben Mantas Silkauskas, die allesamt an die Kansas State University gegangen sind, um unter Coach Roveltos Führung zu besser zu werden.

Tomas Kirielius verhalf uns zum Sieg bei der Hürden-Pendelstaffel 2010

Sein Freshman-Jahr beendete Tomas leider etwas unzufrieden unter seinen Erwartungen, aber vieles ist auf die Umstellung zurückzuführen, die er erlebte, da er erst im Januar nach Amerika gekommen war. So komisch es klingen mag, aber auffällig bei Tomas ist, dass es nicht auffällig ist. Er behält im Wettkampf meist die Ruhe, hat wenige emotionale Ausschläge, die ihn hauptsächlich davor bewahren, in ein “Tief” während eines Zehnkampfs zu fallen.

Für mich ist Tomas ein guter Trainingspartner für jede Art von Wurftraining, da dort eindeutig seine Stärken liegen. Auf ihn ist im Training immer Verlass, er kommt nie zu spät, er zieht sein Programm durch und er meckert nicht rum. Ein Wunsch-Athlet für jeden Trainer.

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Neuzugang: Ryann Krais

Bei den vielen Neuzugängen in Coach Roveltos gesamter Gruppe sind auch einige Mehrkämpfer dabei. Ich werde diese und ein paar Zugänge des letzten Jahres im Laufe der nächsten Wochen kurz vorstellen, damit ihr ein besseres Bild meines Trainingsumfelds bekommt.

Beginnen will ich mit Ryann Krais, die in ihren ersten beiden College-Jahren für UCLA gestartet ist bevor sie im August nach Kansas State kam. Da sie in Los Angeles keine zufrieden stellende Ausbildung als Siebenkämpferin bekam, hat sie sich nach Alternativen umgesehen und ist schließlich auf Coach Rovelto aufmerksam geworden. Die 20-Jährige kann im nächsten Jahr eine gewaltige Rolle in der Medaillenvergabe bei den NCAA Championships spielen, sofern sie ihre Bestleistung von 5779 Punkten etwas steigern kann. In diesem Jahr war sie mitunter im siegreichen Team der Vereinigten Staaten beim Thorpe Cup in Marburg, wo sie den zweiten Platz belegte.

Ryann beim Hochsprung in Marburg - Foto: Kenny Beele

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